Die kleine Weihnachtsmaus

Es war einmal ein kleines Häuschen am Stadtrand. Tief lag es unter einer dicken Schneedecke verdeckt. Es war eine Woche vor Weihnachten.

 

Unter der Türschwelle war ein kleines Loch. Hier lebte das Mäuschen „Keksi“ mit seiner Familie: Mama – Maus „Glocki“, Papa – Maus „Graubart“ und seinen fünf Geschwistern „Zimtsternchen“, „Paula“, „Isegrim“, „Elfi“ und dem größten und stärksten der Mäusebande „Rudi“.

 

Jeden Abend, wenn die Menschen schliefen, huschte die Mäusebande aus ihrem kleinen Loch heraus um die Küche zu plündern. Zu Weihnachten duftete es hier nach Vanillekipferl, Zimtsternen, Lebkuchen und allerlei Leckereien. Und so schlugen sich die kleinen Mäuschen die Bäuche voll bis sie fast platzten.

 

Eigentlich war „Keksi“ ein glückliches und zufriedenes kleines Mäuschen, wäre da nicht eine Sache, die sie so gar nicht an sich mochte: wenn es dunkel wurde leuchtete ihre Nase so hell rot, dass die anderen Mäuschen in ihrer Nähe nicht schlafen konnten. So musste sich „Keksi“ jede Nacht alleine auf ihrem Bettchen zusammenrollen und durfte nicht bei den anderen schlafen. Außerdem waren die anderen Mäusekinder gemein zu ihr und lachten über sie. So saß „Keksi“ meistens alleine und schaute aus dem Fenster. Sie beobachtete die Menschen wie sie Christbäume und Geschenke schleppten, Punsch und Maroni schlemmten und Kinder, die sich wilde Schneeballschlachten lieferten.

 

Das machte „Keksi“ sehr traurig. Sie wünschte sich nichts sehnlicher als nicht mehr alleine zu sein.

 

In der Nacht vor Weihnachten, als „Keksi“ nicht schlafen konnte, weil ihr die Hänseleien der anderen Mäusekinder noch in den Ohren lagen, blickte sie hinaus zu den Sternen und wünschte sich nichts sehnlicheres als eine normale schwarze Mäusenase wie ihre Geschwister zu haben.

 

So schlief sie ein und träumte davon mit den anderen herumzutollen ohne ausgelacht zu werden.

 

Kurze Zeit später wurde Sie durch ein Poltern unsanft geweckt.

 

„HOHOHO“ tönte es aus dem Haus. Neugierig wie „Keksi“ war steckte sie ihr kleines rotes Näschen aus dem Loch um zu schauen woher das seltsame Geräusch kam.

 

Doch sie blieb nicht lange unbemerkt: „Ja wer bist denn du?“ fragte der Weihnachtsmann. „Ich bin Keksi“, piepte das Mäuschen. „Du bist aber ein außergewöhnliches Mäuschen, diese rote Nase ist aber was ganz Besonderes“, sagte der Weihnachtsmann. „Keksi“ war verwundert, das war das erste Mal, dass sie ein Kompliment über ihre Nase bekommen hatte. So erzählte sie dem Weihnachtsmann ihre Geschichte und auch, dass sie durch ihre auffällige Nase zur Außenseiterin der Mäusebande wurde.

 

„Ach das ist doch gar nicht so schlimm“, lachte der Weihnachtsmann. „Ich habe ein Rentier namens „Rudolph“ und er hat genau die gleiche Nase wie du; er ist der Anführer meiner Rentierbande. Ohne „Rudolph“ würde ich den Weg in der Dunkelheit nicht finden und könnte in einer Nacht gar nicht so viele Geschenke austeilen.“ Das kleine Mäuschen lauschte aufmerksam und fing an zu strahlen. „Weißt du was?“, sagte der Weihnachtsmann, „ich nehme dich ab heute jede Weihnacht mit und du führst gemeinsam mit „Rudolph“ den Schlitten an, zwei rote Nasen leuchten besser als eine“.

 

Und so kam es, dass das kleine rotnasige Mäuschen „Keksi“ jedes Jahr zu Weihnachten gemeinsam mit dem Rentier „Rudolph“ den Schlitten des Weihnachtsmannes anführte.

 

Autorin: Mag. Nicole Zipfl

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