Clonit CE-IVD zertifizierter RT-PCR Test zum quantitativen Nachweis von HEV

Hepatitis E ist eine virale, infektiöse Hepatitis beim Menschen, die durch das Hepatitis-E-Virus (HEV) verursacht wird. Besonders bei Überschwemmungen in Südostasien während der Monsunzeit kann sich Hepatitis E zu einer Epidemie entwickeln, da sie durch Wasser übertragen wird und auch im Zusammenhang mit Tieren als Reservoir des Erregers steht. Bisher ist man davon ausgegangen, dass Hepatitis E Virus Infektionen in Industrieländern nur in Folge von Reisen in Ländern, in denen das Virus verbreitet ist, vorkommen. Mittlerweile ist bekannt, dass Hepatitis E nicht, wie angenommen, hauptsächlich in Entwicklungsländern vorkommt, sondern dass auch bei durchschnittlich zwei bis drei Prozent der ÖsterreicherInnen Antikörper, die nach einer Infektion mit Hepatitis E gebildet werden, nachweisbar sind. 2012 erhielt Priv.-Doz. Dr. Michael Kleines für seine Studie zur Verbreitung des Hepatitis E Virus in Österreich “Seroprevalence of Hepatitis E virus-specific antibodies in Austria“ den Poster-Sonderpreis des Science Day des Comprehensive Center für Infektiologie, Immunologie und Transplantation.

Hepatitis E Virus

Es sind insgesamt 5 HEV-Genotypen bekannt, wobei die Genotypen 1 bis 4 humanpathogen sind, während HEV Genotyp 5 nur bei Vögeln vorkommt.¹ Die weltweite Verteilung dieser Genotypen ist unterschiedlich. In Europa wird überwiegend der Genotyp 3 gefunden. Die Genotypen 1 und 2 werden überwiegend nur von Mensch zu Mensch übertragen. Typischerweise finden sich daher Infektionen mit diesen Genotypen in Ländern mit schlechter Trinkwasserhygiene. In Mitteleuropa diagnostizierte HEV-Genotyp 1/2-Fälle sind überwiegend aus südlichen Ländern importierte Infektionen. Die HEV-Genotypen 3 und 4 konnten wiederholt bei Tieren nachgewiesen werden, insbesondere bei Hausschweinen und Wildschweinen sowie in Schweinefleisch. ¹ ² ³

 

 

 

Zu den Risikogruppen einer Hepatitis-E-Erkrankung zählen Menschen mit einer akuten oder chronischen Immunschwäche sowie durch mehrere Vorerkrankungen immungeschwächte Menschen.

 

Eine weitere Infektionsquelle stellen Bluttransfusionen dar,⁴ da Spenderblut mangels eines kostengünstigen Testverfahrens in der Regel nicht auf Hepatitis-E-Viren getestet wird. So sind beispielsweise bei Herztransplantierten häufiger unmittelbar nach dem Eingriff Hepatitis-E-Viren im Blut nachweisbar als bei anderen Transplantationspatienten. Vollmer T. und seine Arbeitsgruppe sind überzeugt, dass HEV RNA Screening derzeit die einzige Option ist und in allen Regionen, wo HEV endemisch auftritt, als Testverfahren implementiert werden sollte.⁵

 

 

Literaturnachweis:

  1. Pischke S, Behrendt B, Bock CT, Jilg W, Manns MP, Wedemeyer H: Hepatitis E in Deutschland – eine unterschätzte Infektionskrankheit. In: Dtsch Arztebl Int. 2014; 111(35-36), S. 577–583; doi:10.3238/arztebl.2014.0577
  2. Wichmann O, Schimanski S, Koch J, Kohler M, Rothe C, Plentz A, Jilg W, Stark K: Phylogenetic and case-control study on hepatitis E virus infection in Germany. In: The Journal of Infectious Diseases. Band 198, Nummer 12, Dezember 2008, S. 1732–1741, ISSN 0022-1899. doi:10.1086/593211. PMID 18983248.
  3. Schielke A, Sachs K, Lierz M, Appel B, Jansen A, Johne R: Detection of hepatitis E virus in wild boars of rural and urban regions in Germany and whole genome characterization of an endemic strain. In: Virology journal. Band 6, 2009, S. 58, ISSN 1743-422X. doi:10.1186/1743-422X-6-58. PMID 19442307. PMC 2689194 (freier Volltext).
  4. Hewitt PE, Ijaz S, Brailsford SR, Brett R, Dicks S, Haywood B, Kennedy IT, Kitchen A, Patel P, Poh J, Russell K, Tettmar KI, Tossell J, Ushiro-Lumb I, Tedder RS: Hepatitis E virus in blood components: a prevalence and transmission study in southeast England. Lancet 2014;384:1766-1773.
  5. Vollmer T, Knabbe C, Dreier J: Knowledge Is Safety: The Time Is Ripe for Hepatitis E Virus Blood Donor Screening. In: Transfus Med Hemother 2016;43:425-427 (DOI:10.1159/000450794)

Die real-time PCR liefert schnell hochsensitive und spezifische Ergebnisse bei Verdacht auf eine Hepatitis E Infektion. Dies ermöglicht eine schnelle spezifische Behandlung von Patienten oder eine Selektion von HEV-infizierten Blutspendern. Unser Partner, die Firma Clonit, bietet einen CE-IVD zertifizierten RT-PCR Test zum quantitativen Nachweis von HEV an. Der Kit ist ein „one-step“ Assay – reverse Transkription und Amplifikation finden in der gleichen Tube statt – und detektiert alle 4 humanpathogenen Genotypen. Das Produkt beinhalt alle erforderlichen Komponenten für 24 Reaktionen.

Kit Konfiguration:

  • 2x 14µl EnzymeMix (reverse Transcriptase und Taq-Polymerase)
  • 2x 390µl ProbeMix (Upstream primer, downstream primer, Target probes (FAM for HEV and VIC for internal Control), Nuclease-free water, ROX, dNTPs, Tris-HCl, KCl, MgCl2)
  • 4 Standards (entwickelt am Paul-Ehrlich-Institut)

    • 2x 35µl synthetische RNA entsprechend ORF3 Gen 100.000 cps/ml
    • 2x 35µl synthetische RNA entsprechend ORF3 Gen 10.000 cps/ml
    • 2x 35µl synthetische RNA entsprechend ORF3 Gen 1.000 cps/ml
    • 2x 35µl synthetische RNA enstprechend ORF3 Gen 100 cps/ml

  • 2x 160µl Interne Kontrolle (murine RNA - GAPDH)
  • 1x 50µl Negative Kontrolle (Wasser)

 

Probenvolumen:

  • Master Mix 15 ml
  • Probe 15 ml

 

Spezifität:

  • Hepatitis E Virus: Region ORF3
  • Genotypen 1, 2, 3 und 4
  • Interne Kontrolle: Murine RNA - GAPDH

 

Matrix:

  • Plasma und Serum

 

RT-PCR Instrumente:

  • LightCycler 480®
  • Step One Plus®
  • RotorGene Q
  • Lifetechnologies 7500
  • Mx3005P
  • CFX96™

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