Autoimmune Schilddrüsenerkrankungen

Morbus Basedow (Graves Disease) und Hashimoto-Thyreoiditis

Morbus Basedow (Graves Disease)

Diese Autoimmunerkrankung der Schilddrüse führt zu einer übermäßigen Produktion von Schilddrüsenhormonen. Die Folge davon ist häufig eine Vergrößerung des Organs.  Auch eine Beteiligung der Augen ist möglich (endokrine Orbitopathie).

 

Prävalenz: Häufig sind Frauen im gebärfähigem Alter betroffen. Ein Drittel aller Fälle findet sich vor dem 35. Lebensjahr; meistens zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr. In Ländern mit guter Jodversorgung, wie z.B. USA, ist Morbus Basedow die häufigste Ursache für eine Hyperthyreose (>95%).

 

Ursachen: Morbus Basedow ist eine multifaktorielle Erkrankung. Gründe dafür können ein genetischer Defekt des Immunsystems und andere äußere Einflüsse (emotionaler und körperlicher Stress, Umwelteinflüsse, Infektionen, …) sein. Spezifische Auslöser sind nicht bekannt, es bricht letzen Endes die Selbsttoleranz gegenüber Antigenen der Schilddrüse zusammen.

 

Die vom Körper gegen das Schilddrüsengewebe gebildeten Autoantikörper (Immunglobuline der IgG-Klasse) binden an den Rezeptor für das Thyreotropin (Thyreoidea-stimulierendes Hormon, TSH). TSH wird von der Hypophyse (Hirnanhangdrüse) im Rahmen des thyreotropen Regelkreises gebildet wird.

 

 

Klinisches Bild: Die Symptome manifestieren sich an und außerhalb der Schilddrüse:

  • Schilddrüsenvergrößerung (Struma)
  • Exophthalmus, endokrine Orbitopathie
  • Schlaflosigkeit
  • Gereiztheit, Nervosität
  • Zittern (feinschlägiger Tremor)
  • Sinustachykardie, Extrasystolen, Vorhofflimmern
  • Gewichtsverlust trotz Heißhunger
  • Wärmeintoleranz
  • Schweißausbrüche
  • warme feuchte Haut
  • gesteigerte Stuhlfrequenz
  • Schwäche der Muskulatur, Osteoporose
  • Zyklusstörungen bis hin zu vorübergehender Unfruchtbarkeit

 

Diagnose und Befund: Die Diagnose wird anhand des typischen Krankheitsbildes Schilddrüsenüberfunktion mit Augenbeteiligung gestellt.

 

Laborbefunde:  

  • fT4 und fT3 im Serum ­
  • TSH 
  • Positive TSH-Rezeptor-Autoantikörper (TRAK) sind beweisend

Hashimoto-Thyreoiditis 

Es werden 2 Verlaufsformen unterschieden: die atrophe Form (häufiger) und die hypertrophe Form. Da sich Symptome, Diagnostik, Therapie und Prognose der beiden Formen nicht wesentlich unterscheiden und beide Formen jeweils ineinander übergehen können, werden sie heute in der Regel unter dem Begriff der Hashimoto-Thyreoiditis zusammengefasst. Bei beiden Formen kommt es auf Dauer zu einer chronischen Entzündung und zu einer Unterfunktion der Schilddrüse. Infolge eines fehlgeleiteten Immunprozesses wird das Organ durch T-Lymphozyten zerstört und es lassen sich Antikörper gegen schilddrüsenspezifische Antigene nachweisen.

 

Prävalenz: Beobachtungen zeigen, dass die Hashimoto-Thyreoiditis in zeitlichem Zusammenhang mit hormonellen Umstellungen (Pubertät, Entbindung, Wechseljahre) und Belastungssituationen entstehen kann. Frauen erkranken deutlich häufiger als Männer (Verhältnis 2:1 bis 5:1).

 

Ursachen: Neben genetischer Vorbelastung zählen auch Stress, schwer verlaufende Virusinfektionen, Dysfunktionen der Nebennierenrinde und Umwelteinwirkungen zu den Ursachen eines Ausbruchs einer Hashimoto Thyreoditis. Ein Zusammenhang besteht häufig mit dem PCO – Syndrom (polyzystisches Ovar –Syndrom). 

Klinisches Bild:

  • Niedrige Körpertemperatur, Erhöhte Kälteempfindlichkeit
  • Heisere oder belegte Stimme (Stimmbandödem)
  • Depressive Verstimmung, Motivationslosigkeit, Antriebslosigkeit
  • Schnelle und starke (fast unkontrollierbare) Gewichtszunahme
  • Herzvergrößerung
  • Gelenkschmerzen
  • Konzentrations- und Gedächtnisstörungen
  • Müdigkeit

 

Diagnose und Befund:


Laborbefunde:

  • Thyreoperoxidase-Antikörper (Antikörper gegen Thyreoperoxidase = Thyroidperoxidase) (TPO-AK)
  • Antikörper gegen Thyreoglobulin (Tg-AK)

® meistens TPO-Antikörper  ­(mit oder ohne Erhöhung der Tg-AK) 

® selten sind nur die Tg-Antikörper ­

Für eine Beurteilung der Stoffwechsellage der Schilddrüse sind folgende Hormonwerte relevant:

  • TSH (Thyroidea-Stimulierendes Hormon)
  • T3 (Trijodthyronin), bzw. freies T3 (= fT3)
  • T4 (Levothyroxin = L-Thyroxin = Tetrajodthyronin), bzw. freies T4 (= fT4)

Da ein normwertiger TSH- oder ein freier T3 /T4 – Spiegel keine Ausschlusskriterien für eine Hashimoto Thyreoditis sind, sind diese Werte alleine nicht aussagekräftig genug. Zusätzlich sollten weitere Untersuchungen (Sonogramm, Szintigraphie, Histologie) erfolgen.

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