West-Nil-Virus wird in Österreich heimisch

2018 - Bisher elf Infektionsfälle in Österreich

Szabo-Scandic berichtete bereits mi Mai über die immer mehr umgreifende Verbreitung des West-Nil-Virus. Das West-Nil-Virus (WNV) wurde bereits 1937 aus dem Blut einer fieberhaft erkrankten Frau im West Nil Distrikt (Namensgebung!) von Uganda isoliert und in der Folge in vielen Teilen Afrikas und Asiens sowie in einigen Gebieten in Süd-Ost- und sogar in Mitteleuropa festgestellt.

 

Das Virus wird durch Stechmücken von einem Wirt (meist Vögel) zum nächsten übertragen.1,2,3 Eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung ist äußerst selten. Übertragungen durch Bluttransfusion, Organtransplantation, intrauterine Exposition und Stillen sind möglich. 4,5,6,7,8

Als West Nil Fieber wird die vom WNV hervorgerufene Krankheit bezeichnet. Zu 80 Prozent verläuft eine Infektion ohne Symptome. Nur 20 Prozent der Infektionen verlaufen mit Krankheitszeichen, die meist binnen 3 und 14 Tagen nach dem Stich einer infizierten Mücke auftreten. Die Krankheit äußert sich meist unter dem Bild eines grippalen Infektes. Bei 0,7 Prozent der Betroffenen entwickelt sich aber eine neurologische Symptomatik.9,10 Ähnlich wie bei FSME sind schwere Verläufe bei älteren Personen häufiger, die Sterblichkeit liegt dann bei rund zehn Prozent.

Die in Europa von WNV betroffene Zone umfasst v. a. Südeuropa (Italien, Griechenland und den Balkan) sowie Staaten wie Ungarn, Rumänien und Russland. Nicht betroffen ist der Norden Europas. In Deutschland wurde das Virus bisher nicht gefunden. Österreich liegt am nördlichen Rand der Verbreitungsgebiete. Der größte Ausbruch in Europa wurde im Jahr 2010 in Griechenland mit mehr als 250 Erkrankten registriert.11

 

In Österreich wurden zwischen 2009 und 2018 (Stand 3. September 2018) insgesamt 33 im Inland erworbene WNV-Fälle bestätigt. Die wahrscheinlichen Ansteckungsorte sind in Wien und in Niederösterreich zu finden. In Österreich gab es bislang keinen Todesfall beim Menschen. In Summe konnten seit 2009 vierzig WNV Infektionen nachgewiesen werden. Sieben davon waren importiert. Von den elf im heurigen Jahre bekannten Fällen wurden acht in Österreich "erworben" und drei importiert (zwei aus Italien, einer aus Serbien). Im Jahr 2017 wurden insgesamt sieben Fälle festgestellt.12

 

Es gibt weder eine Impfung noch eine spezifische Therapie gegen das West-Nil-Fieber.  Das Vermeiden von Moskitostichen ist das einfachste Mittel zur Prophylaxe von Infektionen.13

Die diagnostische Methode der Wahl ist der WNV-ELISA (Nachweis von IgM und IgG) und zur Bestätigung der Neutralisationstest. V.a. im ELISA treten Kreuzreaktionen mit anderen Flavivirus-Antikörpern (FSME, Gelbfieber, Dengue, Zika, Usutu etc.) auf. Deshalb wird in der Diagnostik auch der direkte Virusnachweis durch Virusisolierung oder PCR eingesetzt.14


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Literaturnachweis:

  1. M. J. Turell et al. (2005): An Update on the Potential of North American Mosquitoes (Diptera: Culicidae) to Transmit West Nile Virus. In: J Med Entomol Band 42, Nr. 1, 2005, S. 57–62.
  2. M. S. Godsey et al. (2005): West Nile Virus-infected Mosquitoes. Louisiana, 2002; In: Emerging Infectious Diseases. Band 11, Nr. 9, 2005, S. 1399–1404.
  3. Z. Hubalek & J. Halouzka (1999): West Nile Fever-a Reemerging Mosquito-Borne Viral Disease in Europe. In: Emerging Infectious Diseases. Band 5, Nr. 5, 1999, S. 643–650.
  4. CDC (2002a): Investigation of blood transfusion recipients with West Nile virus infections. MMWR, Wkly. Rep. 51 (36):823.
  5. CDC (2002b): West Nile virus infection in organ donor and transplant recipients—Georgia and Florida, 2002. MMWR, Wkly. Rep. 51 (35):790.
  6. CDC (2002c): Intrauterine West Nile virus infection—New York, 2002. MMWR, Wkly. Rep. 51 (50):1135–1136.
  7. CDC (2002d): Possible West Nile virus transmission to an infant through breast feeding--Michigan, 2002. MMWR, Wkly. Rep. 51 (39): 877–878.
  8. CDC (2003): Detection of West Nile virus in blood donations--United States, 2003. MMWR, Wkly. Rep. 52 (32):769–772.
  9. Perelman A. & Stern J. (1974): Acute pancreatitis in West Nile Fever. Am. J. Trop. Med. Med. Hyg. 23 (6):1150–1152.
  10. Omalu B.I. et al. (2003): Fatal fulminant pan-meningo-polioencephalitis due to West Nile virus. Brain Pathol. 13(4):465–472.
  11. ecdc.europa.eu/en/west-nile-fever/surveillance-and-disease-data/disease-data-ecdc
  12. Prof. Dr. Stephan Aberle „Virusepidemiologische Information” Nr. 14 / 18-4. Department für Virologie der Med. Universität Wien.
  13. Hayes E.B. & Gubler D.J. (2006): West Nile virus: epidemiology and clinical features of an emerging epidemic in the United States. Annu. Rev. Med. 57:181–194.
  14. Nationale Referenzzentrale für Flavivirus-Infektionen beim Menschen Department für Virologie, Medizinische Universität Wien, Kinderspitalgasse 15, 1095 Wien

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